Schächte, Sandfänge und Gruben leerräumen

Ausräumen von oben statt Einstieg in den umschlossenen Raum – das erspart Befahrerlaubnis, Sicherungsposten und Zeit.

Einsatzgebiet: SH · HH · Nds. Bedienpersonal: inklusive

Ein Sandfang füllt sich, ob ihn jemand kontrolliert oder nicht. Irgendwann steht das Wasser im Straßenablauf, der Pumpensumpf schaltet nicht mehr sauber, und im Kontrollschacht liegt so viel Sinkstoff, dass die Sohle nicht mehr zu sehen ist. Ausgeräumt werden muss es ohnehin. Die erste Frage ist nur nicht, mit welchem Gerät – sondern ob jemand dafür hineinsteigen muss.

Die Maschine arbeitet von oben. Der Saugschlauch hängt an einem hydraulisch beweglichen Träger und wird von einem sicheren Standort aus per Funkfernbedienung geführt – so beschreibt die DGUV das Verfahren in ihrer Information 203-017 (Ausgabe Februar 2019, Anhang 5). Wie der Luftstrom das Material aufnimmt, steht unter wie ein Saugbagger arbeitet. Für Schächte, Sandfänge und Gruben zählt vor allem eines: Der Arbeitsplatz bleibt oben.

Warum der Einstieg das eigentliche Problem ist

Ein Schacht ist ein umschlossener Raum. Welche Atmosphäre darin herrscht, lässt sich von außen nicht beurteilen: Aus abgesetztem Schlamm können Gase austreten, der Sauerstoffgehalt kann zu niedrig sein. Der Arbeitsschutz behandelt solche Einstiege deshalb als eigenen Vorgang – mit Gefährdungsbeurteilung, Freimessung, Belüftung, einem Sicherungsposten oben und einem Plan für die Rettung.

Das ist organisierbar, und viele Betriebe machen es routiniert. Es kostet Vorbereitung, und der Sicherungsposten oben bindet zusätzliches Personal. Wird das Material stattdessen abgesaugt, entfällt der Einstieg samt allem, was daran hängt. Bei einem einzelnen Schacht ist das ein überschaubarer Vorteil. Bei einer langen Objektliste summiert er sich.

// Typische Bauwerke

Welche Bauwerke wir ausräumen

Die Aufgabe ist fast immer dieselbe: Ein Bauwerk mit begrenztem Zugang hat sich gefüllt, und der Inhalt muss heraus, ohne dass jemand hinterhersteigt.

Straßenabläufe & Sandfänge

Der Sinkkasten unter dem Gully nimmt auf, was die Fläche abgibt. Wir räumen ihn von oben aus, ohne den Ablauf auszubauen.

Kontroll- & Revisionsschächte

Solange die Sohle unter dem Sinkstoff liegt, kann niemand den Zustand beurteilen. Freigesaugt lässt sich das Bauwerk wieder in Augenschein nehmen.

Pumpensümpfe

Abgesetzte Feststoffe stören die Schaltpunkte und belasten die Pumpe. Wichtig für uns: Wie viel Wasser steht darin, und läuft weiter etwas zu?

Vorschächte an Rückhaltebecken

Vor dem Becken sitzt meist ein Bauwerk, das Sand und Grobstoffe zurückhält. Genau dort setzt sich ab, was sonst ins Becken wandert.

Kabel- & Zugschächte

Eingeschwemmter Sand behindert das Einziehen und verdeckt die Einführungen. Der Schlauch nimmt ihn auf, ohne dass ein Werkzeug an die Kabel kommt.

Gruben in Industriehallen

Montagegruben, Rinnen, Fundamentaussparungen. Oft bleibt die Maschine draußen und es wird über den Schlauch durch das Tor gearbeitet – ob die Reichweite passt, klären wir vorher.

Dazu kommen die Fälle, die selten in einer Ausschreibung stehen: verfüllte Kellerlichtschächte an Bestandsgebäuden, Restmengen auf Bunker- und Silosohlen, ausgeschlämmte Schachtsohlen nach Starkregen. Bei Silos und geschlossenen Behältern prüfen wir jeden Fall einzeln, bevor wir zusagen – Behälterreinigung im Sinne der Industriereinigung ist nicht unsere Leistung. Geht es nicht um ein Bauwerk, sondern schlicht um eine Menge Schüttgut an schwer erreichbarer Stelle, führt der Weg über Kies, Sand und Schlamm absaugen.

Saugbagger oder Saug-Spülwagen?

Die beiden Fahrzeuge werden häufig verwechselt, und daraus entstehen Anfragen, die wir wieder absagen müssen. Ein Saugbagger nimmt Feststoffe im Luftstrom auf. Ein Saug-Spülwagen arbeitet mit Wasser: Er spült Rohrleitungen frei und saugt überwiegend flüssige Medien ab. Zwei Aufgaben, zwei Geräte.

Welches Gerät zu welcher Aufgabe passt
AufgabeGerätGrund
Schacht, Sandfang oder Grube ausräumen, Inhalt im Wesentlichen fest Saugbagger Feststoffaufnahme im Luftstrom, Zugriff von oben
Boden im Schachtumfeld neben Leitungen abtragen Saugbagger Kein mechanisches Werkzeug am Bauteil
Kanalhaltung spülen, Kamerabefahrung, Wurzeleinwuchs Kanalservice Arbeit findet in der Rohrleitung statt
Flüssige Medien, dünnflüssiger Schlamm, Abscheider Saug-Spülwagen Dafür ausgelegte Pumpen- und Behältertechnik
Wann Sie uns nicht anrufen sollten

Enthält Ihr Bauwerk überwiegend Wasser, oder soll danach die angeschlossene Leitung gespült und mit der Kamera befahren werden, ist ein Kanal- und Rohrservice die richtige Adresse. Das sagen wir lieber am Telefon als nach der Anfahrt.

Wo feucht in zu nass übergeht, lässt sich nicht an einem Wassergehalt festmachen – eine allgemeingültige Zahl gibt es dafür nicht. Ausschlaggebend ist, ob der Inhalt im Wesentlichen fest bleibt und ob während der Arbeit weiter Wasser nachläuft. Wir fragen vorher nach Wasserstand und Zulauf. Daraus ergibt sich, ob wir fahren.

Wo das Verfahren an Grenzen stößt

Was nicht durch den Schlauch passt, bleibt liegen

Die einzige belastbare Materialgrenze ist eine geometrische: Die DGUV nennt als Obergrenze die Korngröße des Saugschlauchdurchmessers und hält fest, dass faustgroße Steine mitgerissen werden können. Alles darüber – ein eingeworfener Eimer, Ziegelbrocken, Bauholz – muss anders heraus. Welche Materialien und Böden sich aufnehmen lassen, steht unter welche Materialien und Böden saugbar sind.

Verfestigte Ablagerungen brauchen Vorarbeit

Feste, bindige oder verdichtete Materialien lassen sich nicht ohne Weiteres absaugen; sie müssen vorher gelockert werden. Im offenen Gelände ist dafür Platz, im engen Schacht kaum. Bei einer Sohle, die seit Jahren niemand gereinigt hat, kann der Aufwand den Nutzen übersteigen. Welche Vorarbeit in Ihrem Fall möglich ist, klären wir vor dem Termin, nicht auf der Baustelle.

Wir arbeiten von oben – und nur von oben

Alles, wofür jemand hineinmuss, gehört nicht dazu: keine Bauwerksprüfung im Schacht, keine Sanierung, keine Dichtheitsprüfung. Ebenso wenig übernehmen wir Leitungsortung als eigene Leistung, die Entsorgung des Sauggutes oder Einsätze in explosionsgefährdeten Bereichen.

Die Maschine muss hinkommen

Zufahrtsbreite, Aufstellfläche und zulässige Traglast entscheiden vor allem anderen, ob der Einsatz möglich ist; gearbeitet wird danach über den Schlauch. Was vorher geklärt sein muss, steht in der Checkliste zur Baustellenvorbereitung. Dazu kommt eine Kleinigkeit, die überraschend oft den Tag kostet: Der Deckel muss zu öffnen sein.

Was mit dem Sauggut passiert

Bei einer Leitungsfreilegung ist der abgesaugte Boden oft derselbe, der hinterher wieder eingebaut wird. Beim Sandfang liegt der Fall anders: Was sich dort über Monate gesammelt hat, ist kein definierter Boden mehr. Ob es wiedereinbaufähig ist, weiß vor einer Untersuchung niemand – und daran hängt ein Kostenblock, den Sie vor der Beauftragung kennen sollten.

Die Entsorgung bieten wir nicht als eigene Leistung an. Wir entladen an einer Stelle, die Sie benennen und die dafür zulässig ist; Deklaration und Verwertung liegen bei Ihnen oder Ihrem Entsorgungsfachbetrieb. Was daran hängt, steht unter Wiedereinbau oder Entsorgung des Sauggutes. Klären Sie diesen Punkt vor dem Termin, nicht bei der Schlussrechnung.

Wiederkehrende Arbeiten planen

Schacht- und Sandfangreinigung ist Unterhaltung, kein Projekt. Bauhöfe, Objektverwaltungen und Betriebe mit eigener Entwässerung auf dem Werksgelände haben dieselbe Aufgabe mehrfach im Jahr, verteilt auf viele Punkte. Für ein belastbares Angebot genügt uns eine Objektliste: Lage, Art des Bauwerks, ungefährer Füllstand, Zugänglichkeit des Deckels. Was danach am Einsatztag passiert, ist unter Ablauf eines Saugbaggereinsatzes Schritt für Schritt beschrieben.

Der Vorteil liegt in der Bündelung. Wer mehrere Bauwerke in einen Termin legt, verteilt An- und Abfahrt auf alle, statt sie einzeln zu bezahlen. Wie weit sich das Bündeln räumlich ziehen lässt, entscheidet die Lage des Betriebs im Norden Hamburgs: Von der Flughafenstraße 52a in Fuhlsbüttel sind es nach Norderstedt 7 km und 12 Minuten, nach Elmshorn 36 km in 36 Minuten, nach Itzehoe 57 km in 44 Minuten. Nach Süden liegt die Elbquerung dazwischen: Buxtehude ist mit 46 km elf Kilometer näher als Itzehoe und braucht mit 58 Minuten vierzehn Minuten länger. Eine Objektliste südlich der Elbe planen wir deshalb von vornherein als ganzen Tag, ebenso Termine in Kiel oder Lübeck. Wie viele Bauwerke an einem Tag machbar sind, hängt von Füllmenge, Zugänglichkeit und Wegen ab; eine pauschale Zahl gibt es dafür nicht. Telefonisch erreichen Sie uns Mo–Fr 07:00–18:00 Uhr.

Objektliste statt Einzelanfrage

Schicken Sie uns die Bauwerke mit Lage, Art und Füllstand – wir melden uns an Werktagen innerhalb von 24 Stunden zurück.

Fragen zu Schacht-, Sandfang- und Grubenreinigung

Muss jemand in den Schacht einsteigen?

Für das Absaugen nicht: Der Schlauch wird von oben in das Bauwerk geführt, bedient wird von außerhalb – die DGUV beschreibt für diese Geräte die Steuerung von einem sicheren Standort per Funkfernbedienung. Damit entfallen die Vorbereitungen, die ein Einstieg in einen umschlossenen Raum verlangt. Soll dagegen im Bauwerk selbst gearbeitet werden – Prüfung, Sanierung, Dichtheitsprüfung –, brauchen Sie dafür einen anderen Auftragnehmer.

Was ist der Unterschied zwischen Saugbagger und Saug-Spülwagen?

Das Trennkriterium ist der Aggregatzustand dessen, was heraus soll: Feststoff im Luftstrom gehört zum Saugbagger, flüssiges Medium in der Rohrleitung zum Saug-Spülwagen. Beides zusammen bieten wir nicht an; wir decken nur die Saugbaggerseite ab. Deshalb fragen wir vor der Zusage nach dem Inhalt des Bauwerks und nicht nur nach dessen Größe.

Wie nass darf der Inhalt eines Schachtes sein?

Darauf gibt es keine seriöse allgemeine Antwort; belastbare Werte zum Absaugen freien Wassers liegen für diese Geräteklasse nicht vor. Wir fragen deshalb drei Dinge ab: Wie hoch steht das Wasser, läuft weiter etwas zu, und lässt sich der Zulauf für die Dauer der Arbeiten absperren oder abpumpen. Steht überwiegend Wasser im Bauwerk, verweisen wir auf einen Saug-Spülwagen.

Wie groß dürfen Brocken im Schacht sein?

Die harte Obergrenze ist der Saugschlauchdurchmesser: Was größer ist, geht nicht durch. Die DGUV hält in Information 203-017 fest, dass auch faustgroße Steine mitgerissen werden können. Sperrige Fremdkörper – Eimer, Pflastersteine, Bauholz – müssen anders entfernt werden, und das heißt in der Regel doch ein Einstieg.

Übernehmen Sie die Entsorgung des ausgeräumten Materials?

Nein. Wir saugen ab und entladen an einer Stelle, die Sie benennen und die dafür zulässig ist. Deklaration, Verwertung und Entsorgung liegen bei Ihnen oder Ihrem Entsorgungsfachbetrieb. Was das für die Kalkulation bedeutet, steht unter Sauggut und Entsorgung.

Können Sie mehrere Sandfänge an einem Tag ausräumen?

In der Regel ja. Eine feste Stückzahl gibt es dafür nicht: Sie hängt von der Füllmenge je Bauwerk, der Zugänglichkeit der Deckel, den Wegen dazwischen und davon ab, wie oft der Sammelbehälter entleert werden muss. Schicken Sie uns die Objektliste, dann rechnen wir das für Ihren Fall durch.